Geschichte der Hospitaliter

Die Hospitaliter

Kommt Reisender, setzt Euch eine Weile zu mir und lauscht meinen Worten. Ich möchte Euch erzählen von einem Mann, dem es gleich war, welchem Stande, welcher Herkunft oder Religion man entsprang. Einem Mann, der einen Gedanken in die Welt setzte, aus der zwei Orden entstanden, die sich bis heute um das Wohl derer kümmern, die selber nicht mehr dazu in der Lage sind.“

Diese Organisationen kennst Du sicherlich. Es handelt sich um die Johanniter und Malteser; bis 1538 vereinigt als Orden vom Hospital des Heiligen Johannes zu Jerusalem. Ihre Ordensbrüder werden auch die HOSPITALITER genannt. Ab 1538, im Zuge der Veränderung in der Glaubenswelt, gingen der katholische (Malteser) und er protestantische (Johanniter) Zweig getrennte Wege. Vereint blieben sie jedoch stets in den alten Grundregeln, Kranken, Hilfs- und Pflegebedürftigen zu helfen.


Ich möchte Euch weiter erzählen von diesem Manne, dem Seligen Gerhard Sasso. Im Jahre des Herrn 1048 weilte er in Jerusalem und leitete dort das Pilgerspital, auch Muristan geheißen.“

Das Pilgerspital bestand aus einem Gebäudekomplex aus drei Kirchen, zwei Klostergebäuden und einem Hospital. Dieses war Johannes dem Täufer geweiht und von Kaufleuten aus Amalfi in Italien gestiftet worden.

Dieser fromme Mann und seine Brüder, kümmerten sich um die christlichen Pilger. Doch auch jüdische und muslimische Kranke waren willkommen. So war es, dass jeder Aufgenommene als einer der „Herren Kranken“ behandelt wurde und die Bruderschaft hatte ihm wie ihrem Herren aufzuwarten.“


Ich will Euch weiter berichten, von diesem Manne. Bruder Gerhard, der im Jahre des Herren 1099, zu Zeiten der Belagerung und Befreiung der Stadt Jerusalem im Namen der Christenheit, auf die Zinnen der Mauern kletterte und Brot für die hungernden christlichen Belagerer herunter warf.“

Als der erste Kreuzzug erfolgreich Jerusalem eroberte, erfuhr die Spitalsbruderschaft unter Gerhard Sasso großen Zulauf und große Dankbarkeit von den Rittern die ihr Blut im Sande vor den Mauern der Stadt vergossen hatten. Dies führte dazu, dass unter Gerhard Sassos Nachfolger, Raimund du Puy in den Jahren 1120-1140 ein Wandel vollzogen und die Spitalbruderschaft in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt wurde.

Lauscht mir weiter Reisender. Ich mag Euch erzählen von Raimund aus dem Lande der Franken. Der, der die Regel des Ordens aufschreiben ließ und den neuen Orden in kirchliche, militärische und dienende Brüder teilte. Er war es, der nicht nur die Pilger auf dem Weg ins heilige Land beherbergte und die Kranken pflegte, sondern auch den Weg dorthin sicherte.“

Viele Schenkungen und Überschreibungen von im Hospital Gepflegten, führte zu einem raschen Aufstieg des Ordens und zum Erwerb der Burgen Beit Gibelin und Krak de Chevaliers, sowie der Eroberung Askalons. Diese Expansion führte dazu, dass der Orden bis 1187 insgesamt 25 Burgen erwarb und baute.


So wisset aber auch, dass Akkon und Jerusalem im Jahre 1187 in die Hände Sultan Saladins fielen. Doch war es unter Richard Löwenherz und dem dritten Kreuzzug, im Jahre des Herrn 1191, dass Akkon zurückerobert und als Ordenssitz gewählt wurde. Im Jahre des Herren 1291 wurde Akkon von den Mameluken erobert und unter Großmeister Jean de Villiers wurde der Ordenssitz für 18 Jahre nach Zypern verlegt.“

Nach dem Kauf von Rhodos und der endgültigen Eroberung der Insel im Jahr 1309 verblieb der Hauptsitz des Ordens 2 Jahrhunderte auf der Insel. In dieser Zeit wurden seine Mitglieder auch als Rhodesier bezeichnet.


Lasst mich Euch sagen, dass erst im Jahre 1522 als eine Übermacht von 200.000 Mann des Sultans Soliman unsere wundervolle Insel angriff, diese Zeit endete. Mit den letzten Besitztümern des Ordens stachen am Neujahrstag im Jahre des Herrn 1523 die letzten Schiffe mit Kurs auf die Insel Malta in See.


Hier soll unsere kleine Geschichte enden, mein Freund. Ich hoffe, ich konnte Dich neugierig machen, mehr zu erfahren. Neugierig darauf, wie im Hospital zu Jerusalem dem Kranken gedient wurde und wie der Schutz der Pilger gewährleistet werden konnte. Wenn Du mehr erfahren möchtest so besuche uns!“

(Mein Name ist Peter und ich begrüße Dich gerne auf einem der kommenden Märkte, um Deinen Wissensdurst zu stillen.)